Kunstpädagogische Positionen – Forschungsliteratur im kleinen Format

Wer im Bereich Kunstpädagogik und Kunstvermittlung forscht oder sich damit in der Praxis beschäftigt, ist immer auf der Suche nach aktueller und thematisch relevanter Forschungsliteratur. Daher möchte ich auf die Reihe “Kunstpädagogische Positionen” hinweisen, deren wachsendes Text-Archiv seit 2003, in gedruckter Form in einem Webshop bestellt oder als PDF-Dokument runtergeladen werden kann.

Die Liste der AutorInnen liest sich wie das who-is-who der Kunstpädagogik und Kunstvermittlung. Das erste Heft “Zwischen Kunst und Unterricht
. Spots einer widersprüchlichen wie hedonistischen Berufsbiografie” von Hermann K. Ehmer
 erschien 2003. Der zuletzt veröffentlichte Beitrag “Visual Animation: Methods of Practice and Teaching” stammt von Martina Bramkamp. Die Publikationsreihe geht auf Vorträge von eingeladenen KunstpädagogInnen und KunstvermittlerInnen zurück, die an den teilnehmenden Universitäten in Hamburg, Köln, Oldenburg und Zürich im Rahmen der gleichnamigen Vortragsreihe ihre Position zur Diskussion stellen.

Im Editorial, verfasst von den HerausgeberInnen Andrea Sabisch (Universität Hamburg), Torsten Meyer (Universität zu Köln), Eva Sturm (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und Heinrich Lüber (ZHdK Zürich), heißt es: “Gegenwärtig tritt die Koppelung von Kunst & Pädagogik, Kunstpädagogik, weniger durch systematische Gesamtentwürfe in Erscheinung, als durch eine Vielzahl unterschiedlicher Positionen, die aufeinander und auf die Geschichte des Faches unterschiedlich Bezug nehmen. Wir versuchen dieser Situation eine Darstellungsform zu geben. Wir setzen die in Hamburg begonnene Reihe fort mit kleinen Publikationen, in der Regel von Vorträgen, die im Arbeitsbereich Ästhetische Bildung der Universität Hamburg (blaue Hefte), dem Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln (rote Hefte), dem Arbeitsbereich Kunst-Vermittlung-Bildung der Universität Oldenburg (grüne Hefte) und dem Departement Kulturanalysen und Vermittlung der ZHdK Zürich (gelbe Hefte) gehalten wurden.”

Was besonders überzeugt ist die thematische Bandbreite und Vielfalt aktueller Fragestellungen, die einen Ausschnitt der fachdidaktischen Forschung und Diskussion mit Bezug zum Schulfach Kunst, aber auch “im Bereich der Koppelung von Kunst & Pädagogik als Unterricht, Vermittlung oder Bildung” (Editorial) abbildet. Let’s start reading, sharing and exchange ideas!

The Art Educator’s Talk – LIVE #1

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How would you describe your understanding of art education? In which context are you working as an art educator? Why mediate (contemporary) art? How important is art education and mediation for a museum / an institution? How do you conceive a public program for a biennial?

These are only a few questions we’d like to discuss with María Acaso (Pédagogias Invisibles, Madrid), Konstanze Schütze (agency art education, store contemporary, Berlin & Dresden), Jordi Ferreiro (MACBA Barcelona) and Gila Kolb (The Art Educator’s Talk) and maybe some special guests.

The Art Educator’s Talk is a trilingual blog on art education. With this live-talk, we would like to address art educators who are looking for inspiration and exchange between colleagues, students who are interested in getting more information about the profession of an art lecturer, artists and curators who want to learn more about mediating art, academics and YOU.

María Acaso (ES) is a professor of Art Education and director of the line of research on education in visual arts museums at the Fine Arts Faculty of the Complutense University of Madrid, member of the group „Invisible Pedagogies”, director of the „Escuela de Educación Disruptiva“ and author of a number of books such as: „rEDUvolution: hacer la revolución en la educación (2013), „Pedagogías invisibles: El espacio del aula como discurso (2012).

Jordi Ferreiro (ES) is an artist and educator. His work is an investigation in which both disciplines are conjoined by way of play and performative pedagogies, to construct spaces of knowledge from joy and surprise. Previously coordinating the education office at Fabra i Coats: Barcelona Center for Contemporary Art, currently working as a collaborator artist in MACBA.

Gila Kolb (D) is a researcher and art educator, assistant researcher at the University of Cologne, co-founder of agency art education and co-editor of The Art Educator’s Talk (a three lingual online interview blog). Her focus in research is on: Critical Art Education, Art Education in a post-internet state of mind. Recently published: What’s Next? II. Art Education.

Konstanze Schütze (D), assistant researcher, art educator and PhD candidate at Institute for Art & Art Theory at the University of Cologne, co-founder of the gallery project STORE contemporary (Dresden) and co-founder of agency art education – an agency for project making in the field of art education. Key fields of work: non-visual imagery and the internet state of mind, art education and society.

Videos from the Louisiana Research conference: “Between the Discursive and the Immersive”

What are the potentialities of art museums as research based institutions?

The conference “Between the Discursive and the Immersive” was held at Louisiana Museum of Modern Art in December 2015. Leading curators, scholars and museums directors such as Mark Wigley, Francesco Manacorda, Anselm Franke, Thomas J. Lax, Johanna Burton, Victoria Walsh, Hendrik Folkerts, Molly Nesbit and Maria Finders were invited to reflect and talk about how exhibitions function as mediums for research and how artistic research can contribute to art museums in the 21st century. The conference offered a creative forum for discussing new models for research that take into account the institutional specificities of modern and contemporary art museums.

Now you can watch all the lectures online.

Mission Kulturagenten – Online-Publikation des Modellprogramms “Kulturagenten für kreative Schulen 2011-2015”

Im Verlauf des Modellprogramms “Kulturagenten für kreative Schulen” sind in den beteiligten Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen zahlreiche Konzepte, Projekte, Formate und Strukturen entwickelt worden, wie kulturelle Bildung in Schule und Kulturinstitutionen verankert werden kann. In der Onlinepublikation “Mission Kulturagenten” werden diese Konzepte, Projekte und Formate sowohl in verschiedenen Textbeiträgen dokumentiert und reflektiert als auch als zahlreiche Praxismaterialien aufbereitet. Damit wird Erfahrungswissen aus dem Programm in Form von übertragbaren Projekt- und Qualifizierungsmodellen für Akteure aus dem Feld der kulturellen Bildung wie Schulen, Kultureinrichtungen, Kunstschaffende, Universitäten und der Politik zur Verfügung gestellt.

*Ein Querlesen zum Einstieg und eine tiefergehende Lektüre nach individuellen Interessen und Praxisfragen lohnt sich! Die Besonderheit des Modellprojekts und dieser umfangreichen Dokumentation liegt sowohl in der Vielstimmigkeit aller Beteiligten (Schulen, Institutionen, KulturagentInnen) als auch am breiten Spektrum der realisierten Projekte. Zu empfehlen sind hierbei die zusammengestellten Praxis-Materialien, die unter anderem  Arbeitshilfen für Schulen, Kulturinstitutionen und andere Akteure an der Schnittstelle zwischen Kultur und Bildung umfassen. Diese Arbeitstools sind aus den Erfahrungen aus dem Modellprogramm “Kulturagenten für kreative Schulen” abgeleitet und wurden in Zusammenarbeit mit den KulturagentInnen und den Länderbüros von der Geschäftsstelle des Kulturagentenprogramms entwickelt. Sie dienen als Anregungen und geben Tipps bei der kulturellen Profilbildung von Schulen, der Erstellung von Kulturfahrplänen, dem Aufbau von Kooperationen, der Vorbereitung, Durchführung, Organisation und Reflexion von Projekten sowie der Öffentlichkeitsarbeit.

 

SOUNDS LIKE A PLAN 01: Museum of Burning Questions, Wien

Das Museum of Burning Questions ist ein Para-Museum im besetzten Bergener Feuerwehrhaus, das in Kooperation mit der Künstlerin Isa Rosenberger entwickelt wird. Es eröffnet am 1. September 2016 gemeinsam mit dem Partisan Café als kritischer Ausstellungs- und Vermittlungsraum. Und es ist eines von acht Kapiteln des Forschungs- und Ausstellungsprojektes “on infrastructure” des Kollektivs freethought (Irit Rogoff, Adrian Heathfield, Stefano Harney, Massimiliano Mollona, Nora Sternfeld, Louis Moreno) für die Bergen Assembly 2016.

Isa Rosenberger (Künstlerin) und Nora Sternfeld (Kunstvermittlerin und Kuratorin, schnittpunkt) stellen das Projekt vor und zur Diskussion.

Mittwoch 2. März 2016, 19.00 Uhr
Depot. Kunst und Diskussion
Breite Gasse 3
1070 Wien
Eintritt frei.
Anmeldung unter: anmeldung@schnitt.org

SOUNDS LIKE A PLAN ist eine neue Veranstaltungsreihe von schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, bei der Projekte im Prozess ihrer Entstehung öffentlich diskutiert werden.

Tagung „Skulptur lehren“, Universität Paderborn, 20.–22. April 2016

Unter dem Titel „Skulptur lehren – Künstlerische, kunstwissenschaftliche und kunstpädagogische Perspektiven auf Skulptur im erweiterten Feld“ findet vom 20.–22. April 2016 eine interdisziplinäre Tagung des Faches Kunst (Bereich Kunst und ihre Didaktik/Schwerpunkt Bildhauerei) an der Universität Paderborn statt.

Konzept

Was kennzeichnet eine Skulptur? Diese Frage stellt sich angesichts zunehmender Entgrenzungstendenzen in der zeitgenössischen Kunst verstärkt und lässt es zunächst fragwürdig erscheinen, weiterhin in traditionellen Gattungen wie Zeichnung, Malerei, Skulptur, Film, Fotografie oder Performance zu denken. Mit dieser Erweiterung des Skulpturalen ergeben sich neue Blickwinkel auf Lehr- und Lernprozesse in, mit und über die Kunst. In Bezug auf die veränderten Erlebnisqualitäten des im Erfahrungsraum des Subjekts verorteten Kunstwerks soll gemeinsam über die Lehre der Bildhauerei nachgedacht werden. Welche Perspektiven lassen sich für eine Didaktik der Bildhauerei eröffnen? Wie hängen diese mit der Veränderung des Kunstbegriffs der letzten Jahrzehnte zusammen? Welche skulpturalen Fragen lassen sich kunstwissenschaftlich oder künstlerisch aufwerfen und inwiefern besitzen sie kunstpädagogische Relevanz? Welche Elemente der Skulptur existieren dabei immer schon und welche sind im Zuge der verschiedenen Entgrenzungstendenzen neu hinzugekommen? Wie wirkt sich dies auf die künstlerische Lehre von Bildhauerinnen und Bildhauern aus?

Mit diesen Fragestellungen werden sich 18 Referentinnen und Referenten aus Kunstwissenschaft, Kunst und Kunstpädagogik auseinandersetzen. Ihre Beiträge sind vier Sektionen zugeordnet, innerhalb derer die drei Perspektiven im Hinblick auf vier Aspekte von Entgrenzung diskutiert werden: Skulptur und Raum, Skulptur und Material, Skulptur und Zeit sowie Skulptur und Betrachter. Die Eingeladenen erörtern verschiedene Formen skulpturalen Denkens und Handelns und diskutieren diese im Kontext des Themas „Skulptur lehren“.

Veranstalterin: Sara Hornäk

Nähere Informationen, Programm und Anmeldung unter
groups.uni-paderborn.de/skulptur-lehren

Online-Dossier – “Kulturelle Bildung in der Einwanderungsgesellschaft”

Die Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e.V. (BKJ) hat ein fortlaufendes Online-Dossier zum Thema “KULTURELLE BILDUNG IN DER EINWANDERUNGSGESELLSCHAFT – Kulturelle Bildung von, mit und für geflüchtete junge Menschen” veröffentlicht. Neben einer Stellungnahme der BKJ und ihrer Mitglieder werden Angebote, Ausstellungen, Initiativen und Projekte, Ausschreibungen und Fördermittel, Veranstaltungen und Publikationen veröffentlicht.

AkteurInnen der Kulturellen Bildung und der Soziokultur haben eine langjährige Praxis in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten sowie mit Kindern und Jugendlichen, die mit ihren Familien nach Deutschland kommen. Der  Überblick soll helfen, Erfahrungen zu bündeln und zu nutzen, um aktiv und kompentent dazu beizutragen, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Not in Deutschland ankommen, ihre Rechte auf kulturelle Teilhabe, Spiel und Freizeit, gerechte Bildungschancen und gesellschaftliche Mitwirkung wahrnehmen können.
Der erste Überblick soll zu einem umfassenden Dossier ausgebaut werden. Die BKJ freut sich über Ihre Hinweise auf interessante Praxisprojekte, Initiativen und Veranstaltungen, die an folgende Adresse geschickt werden können: presse@bkj.de