Kunstvermittlungs-Werkstatt »
Nach dem SuperKunstSommer – Status quo Kunstvermittlung«, 21./22.10.2017, Lingen & Nordhorn

Der europäische SuperKunstSommer 2017 hat begonnen! Zu den bekanntesten Großausstellungen gehören die documenta 14 in Athen und Kassel, die Venedig Biennale und die Skulptur Projekte Münster 2017. Mit jeder Biennale werden nicht nur kuratorische Konzepte umgesetzt, sondern auch neue Ansätze und Formate der Kunstvermittlung erprobt und durchgeführt, die sowohl ein internationales als auch ein lokales Publikum erreichen sollen. Dabei bewegt sich die Kunstvermittlung (ähnlich wie die Biennale selbst) zwischen Ortsbezug und Transnationalität, Temporalität und Nachhaltigkeit, Legitimierung und Innovation.

Doch was bleibt nach internationalen Großereignissen und ihrem Diskurs für die Kunstvermittlung vor Ort? Wie wird das internationale und lokale Publikum (nachhaltig) beteiligt? Was können wir von der Kunstvermittlung im Kontext von Großausstellungen wie Biennalen lernen? An welchen Fragestellungen und Parametern orientiert sich die aktuelle Kunstvermittlung?

Kurzvorträge und Workshops werden Einblicke in das edukative Programm und in die Praxis von Kunstvermittler_innen der documenta 14, der Skulptur Projekte Münster 2017 sowie der zukünftigen Manifesta 12 geben. Anhand dieser Fallbeispiele sollen aktuelle Fragen und Bedingungen der Kunstvermittlung deutlich werden, die auch für mittlere und kleinere Institutionen wie etwa Kunstvereine vor dem Hintergrund sich wandelnder, d.h. transkulturell diversifizierenden Gesellschaften durchaus relevant sind.

Mit Vorträgen und Workshops – in deutscher und englischer Sprache – von und mit (Änderungen vorbehalten):

– Sepake Angiama (documenta 14, Kassel)
– Stefanie Bringezu (Skulptur Projekte Münster 2017)
– Clare Butcher (documenta 14, Kassel)
– Yana Klichuk (Manifesta 12, Palermo in 2018)
– Ruth Noack (Kuratorin und Kunsthistorikerin, Berlin)

Das vorläufige Programm (PDF).

Zielgruppe:  Die zweitägige Werkstatt richtet sich an Kunst- und Kulturvermittler_innen, Kunstpädagog_innen, Kurator_innen, Künstler_innen sowie Studierende.

Anmeldung: 
Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine verbindliche Anmeldung bis zum 30. September 2017 erforderlich. Die Anmeldung ist erst nach Eingang der Tagungsgebühr vollständig. Sie erhalten nach Ihrer Anmeldung weitere Informationen. Bitte senden Sie eine Mail an: ortsgespraech@staedtische-galerie.nordhorn.de

Tagungsgebühr: 70 Euro / 40 Euro ermäßigt (Studierende, Doktorand_innen, Volontär_innen, Praktikant_innen), inkl. Verpflegung an beiden Tagen / Tagesticket (nur Vorträge) 10 Euro

Veranstaltungsorte:
Städtische Galerie Nordhorn
Vechteaue 2, 48529 Nordhorn
+49 (0) 59 21 / 971-100
kontakt@staedtische-galerie.nordhorn.de
http://staedtische-galerie.nordhorn.de

Kunsthalle Lingen
Kaiserstraße 10a, 49809 Lingen
+49 (0) 5 91 / 5 99 95
info@kunsthallelingen.de
www.kunsthallelingen.de

Organisationsteam: 
Dr. Thomas Niemeyer & Dörte Ilsabe Dennemann (Städtische Galerie Nordhorn), Meike Behm (Kunsthalle Lingen), Cynthia Krell (Kunstvermittlerin, Bielefeld)

Mit freundlicher Unterstützung von:
Niedersächsisches Ministerium für WIssenschaft und Kultur
VGH Stiftung

 

Bielefelder City Walks 2016 – Spazierengehen wird zum Begegnungsraum

 

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Mit den »Bielefelder City Walks« erschloss sich der Bielefelder Kunstverein einen urbanen Erfahrungsraum außerhalb der eigenen Ausstellungsräume. Ins Zentrum rückte der persönliche Blick auf die Stadt, wechselnde Formen des Spaziergehens und der Austausch zwischen Einheimischen und geflüchteten Menschen. In Anlehnung an die Spaziergangswissenschaft, ging es darum die Möglichkeiten des Spazierens als Methode zur Wahrnehmung und Kartierung von kulturell-sozialen Räumen in der Stadt zu erproben und diese mit einer persönlichen Erzählung zu verknüpfen. Die »Bielefelder City Walks« zeigten gerade nicht das typische oder touristische Bielefeld. Im Fokus standen vielmehr der andere Blick auf die Stadt als biografisch geprägten Lebensraum, als historischen Erinnerungsort, als lebendigen Seismographen unserer Gesellschaft. An den insgesamt zehn Stadtspaziergängen, die kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung besucht werden konnten, beteiligten sich etwa 220 Personen unterschiedlicher Herkunft und quer durch alle Altersgruppen. Darunter waren oft auch Bewohnerinnen und Bewohner der unmittelbaren Nachbarschaft sowie interessierte Menschen mit und ohne Einwanderungsgeschichte.

Egal ob Laie oder Experte, ob Bielefelder oder Neuankömmling, ob Zugezogener oder Rückkehrer, ob mit oder ohne Einwanderungsgeschichte. Jede/r konnte – entweder als Einzelperson oder in einem Tandem – in die Rolle einer Stadtführerin oder eines Stadtführers schlüpfen und einen Stadtspaziergang anbieten. Es ging weniger um eine rein faktenbasierte oder informative Stadtführung. Vielmehr war der Stadtspaziergang als offenes und experimentelles Format angelegt, welches das Erzählen in den Mittelpunkt stellte. Dieses Erzählen konnte durch künstlerische, musikalische, performative oder theatrale Elemente erweitert werden.

Den Auftakt des Projektes bildete ein Workshoptag mit Bertram Weisshaar im Bielefelder Kunstverein, der als Künstler und Spaziergangsforscher zum ersten Mal in Bielefeld war. Den etwa 30 interessierten Teilnehmenden wurde schnell bewusst, dass das gemeinsame Gehen oder das Spazieren-Führen ein besonderes Mittel darstellt um miteinander in Austausch zu treten – über das, was einem des Weges begegnet. Im Laufe des Tages erkundete die Gruppe gemeinsam mit Bertram Weisshaar sowohl bekannte als auch weniger bekannte Orte in der Innenstadt. Beim Gehen wurden unterschiedliche Übungen praktisch angewendet, welche eine Sensibilisierung der Wahrnehmung, eine Anregung zum Austausch oder eine Interaktion mit Passanten provozierten. Im Rahmen des Vortrags präsentierte Bertram Weisshaar sein umfangreiches Portfolio an verschiedensten Spaziergangsprojekten, die sowohl autonome Stadtspaziergänge als auch Auftragsarbeiten umfassen. Damit wurde den Teilnehmenden der Spaziergang als ein experimentelles Format vorgestellt, welches z. B. mit dem Prinzip Zufall arbeitet, präzise inszeniert werden kann, oder im Format einer moderierten Talk-Show auch diskursiv-kritisches Potential in sich trägt um eine äffentliche Diskussion mit einem Publikum anzuregen.

Den Ausgangspunkt beim ersten Bielefelder City Walk mit Raphaela Kula bildete zum Beispiel das Denkmal für Heimatvertriebene von 1953 im Bielefelder Osten. Davon ausgehend spannte sie mit gesammelten Geschichten von Bewohnerinnen und Bewohnern der Siedlung „Freie Scholle“ über das Gehen, Ankommen und Bleiben einen erzählerischen Bogen bis zur Gegenwart. Aber nicht nur Bielefeld-Mitte wurde erkundet: Karin Lühmann zeigte einer Gruppe die Besonderheiten des historischen Stadtteils Schildesche und des nahegelegenen Obernsees. Stefanie Schwedes führte auf unbekannten Wegen durch den Teutoburger Wald und überraschte dort mit einer fotografischen Präsentation. Mit Susanne Albrecht wurde der Arbeitsweg der Zwangsarbeiterinnen während der NS-Zeit im Gehen und beim Nachzeichnen nachvollzogen. Ina Wemhöner stellte einer Gruppe von Interessierten besondere Konzertorte abseits des Mainstreams in Bielefeld vor.

Darüber hinaus gab es beispielsweise zwei Stadtspaziergänge, die in einem geschützten und halböffentlichen Rahmen stattfanden. So fand eine Erkundung des Stadtraumes mit einer Kleingruppe von Ehrenamtlichen und zwei Geflüchteten statt, die sich aktuell im Kirchenasyl befinden. Außerdem bereiteten eine Schülerin und ein Schüler mit Fluchterfahrung einen Rundgang durch die Lernräume des Berufskollegs Tor 6 vor, das sie als ehemalige SchülerInnen besucht hatten. Begleitet wurde die Besichtigung von der Schulleiterin des Berufskollegs Anette Seyer und der Kunstlehrerin Frau Dr. Ellen Thormann.

Die Realisierung der Zweier-Führungen hatte durch die sich abwechselnden Stimmen und Perspektiven jeweils eine ganz eigene Dynamik und erzählerische Qualität, die den Dialog und die Vielstimmigkeit für sich sprechen lässt. Einen interkulturellen Spaziergang entwickelten und wagten unter anderem Stephanie Peczynsky und Abdikarim Salah Elmi aus Somalia. Sie stellten jeweils Orte in Bielefeld mit persönlicher Bedeutung vor. Zu den Stationen gehörten verschiedene Secondhand-Läden in der Innenstadt, die Backfactory, der Kesselbrink und der Spaziergang endete mit einem geführten Rundgang durch die Moschee des Islamischen Zentrums e.V. Im November 2016 führte der Spaziergang mit Christine Ruis und Layal Kabbas auf den Friedhof Heepen. Dort wechselten sich thematisch passende Literaturrezitationen mit arabischen Liedern ab, die sowohl an das Leben als auch an den Tod erinnerten. So fungierte der Friedhof nicht nur als Bühne, sondern vielmehr als realer Ort eines interkulturellen Austausches mit den Mitteln der Kunst.

Im Rahmen des letzten und zehnten Bielefelder City Walk ergab sich eine produktive Kooperation mit der Theaterwerkstatt Bethel. Hierbei wurde ein mobiler und inklusiver Theater-Workshop an drei verschiedenen Stationen im Stadtteil Brackwede durchgeführt. Gespielt und improvisiert wurde zuerst in einer Unterkunft für Geflüchtete. Von dort aus bewegte sich die Gruppe mit knapp 40 TeilnehmerInnen in Richtung des Ausstellungsraumes lAb Artists Unlimited und improvisierte nochmals vor Ort. Der Spaziergang endete mit einem gemeinsamen Ausklang bei Tee und Gebäck im Begegnungscafé Brackwede (Bethel regional). Besonders das gemeinsame Theaterspiel und die Begegnung von ganz unterschiedlichen Menschen mit und ohne Behinderung, sowie mit und ohne Migrations- und Fluchterfahrung ereignete sich auf Augenhöhe, indem sich die Gruppe über Sprachgrenzen hinweg spielerisch und vorurteilsfrei von Mensch zu Mensch begegnete.

Die Umsetzung der »Bielefelder City Walks« war nur dank des großen Engagements und die persönliche Begeisterung der Freiwilligen möglich gewesen. Innerhalb kürzester Zeit entwickelten sie eigene Ideen für individuelle und thematisch breit aufgestellte Stadtspaziergänge. Auch Einheimische konnten mit jedem Stadtspaziergang neue Stadtteile, aber auch Unbekanntes oder Wissenswertes über Ihre Stadt erfahren. Das Potential der »Bielefelder City Walks« lag darin sich selbst überraschen zu lassen, sich auf Mikro-Erzählungen und unbekannte Perspektiven einzulassen, gewohnte Wahrnehmungsmuster und Gewohnheiten abzulegen, eingebunden in die körperliche Erfahrung des Gehens. Die gemeinsame Erkundung des Stadtraumes entwickelte unterschiedliche Formen des gegenseitigen Zeigens, Entdeckens und Lernens. Hierbei wurde deutlich, dass sich das Format auch für geschützte/private Gruppen eignet. Praktisch im Vorbeigehen wurden untereinander ganz selbstverständlich erste Gespräche geführt, aktuelle Fragen verhandelt und neue Besuchergruppen eingebunden. Die »Bielefelder City Walks« erweiterten das Programm des Bielefelder Kunstvereins in den öffentlichen Raum und sensibilisierten für städtische Fragen, sie machten vor allem ein buntes und offenes Bielefeld sichtbar! Das war für alle Beteiligten so anregend, dass eine Fortsetzung im Jahr 2017 schon in Planung ist.

Cynthia Krell

*Im Jahr 2016 wurden die Bielefelder City Walks durch die Robert Bosch Sitftung gefördert.

 

Bielefelder City Walks 2016 gestartet

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Welche Orte besuchen Sie, wenn Sie Freunden oder Bekannten ihr Bielefeld zeigen? Wie nehmen Geflüchtete und NeubürgerInnen unsere Stadt wahr? Was können Einheimische und NeubürgerInnen voneinander lernen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das bereits seit September 2016 von der Robert Bosch Stiftung geförderte Projekt »Bielefelder City Walks« des Bielefelder Kunstvereins.

Zu den »Bielefelder City Walks« schlüpfen eingesessene Bielefelder und NeubürgerInnen in die Rolle eines Stadtführers. Im Tandem oder als Einzelperson bieten sie für eine interessierte Öffentlichkeit individuelle Stadtspaziergänge zu frei gewählten Schwerpunkten an. Die Spaziergänge werden im Oktober und November 2016 für BielefelderInnen und Geflüchtete kostenfrei in deutscher Sprache ohne vorherige Anmeldung angeboten. Eingeladen sind alle BürgerInnen, mit und ohne Migrationsgeschichte, denn gewünscht ist es nicht nur neue Orte und Stadtteile, sondern auch andere Gesichter der Stadt kennenzulernen und eine gemeinsame Erfahrung miteinander zu teilen.

Der erste Bielefelder City Walk startete bereits am vergangenen Sonntag mit der Künstlerin Raphaela Kula am Denkmal für »Heimatvertriebene« von 1953 im Bielefelder Osten. Davon ausgehend spannte sie mit gesammelten Geschichten von BewohnerInnen der »Freien Scholle« über das Gehen, Ankommen und Bleiben einen erzählerischen Bogen bis zur Gegenwart. Am kommenden Samstag, den 15.10.2016 um 15 Uhr (Treffpunkt: August-Bebel-Straße/Ecke Detmolder Straße) wird Cynthia Krell mit interessierten SpaziergängerInnen die August-Bebel-Straße mit Zeichenstift und Papier erkunden.

Weitere Spaziergänge führen unter anderem in den historischen Stadtteil Schildesche (mit Karin Lühmann, 22.10.2016, 11 Uhr, Treffpunkt: S-Bahn Haltestelle Schildesche) oder auf unbekannte Wege in den Teutoburger Wald (mit Stefanie Schwedes, 6.11.2016, 11 Uhr, Treffpunkt: Eingang Parkplatz/Tierpark Olderdissen). Einen interkulturellen Spaziergang haben Stephanie Peczynsky und Abdikarim Salah gemeinsam entwickelt, der persönliche Orte mitpersönlicher Bedeutung vorstell (29.10.2016, 11 Uhr, Treffpunkt: Oxfam Shop, Obernstraße 39/Altstadt). Susanne Albrecht  wird den Arbeitsweg der ZwangsarbeiterInnen während der NS-Zeit nachvollziehen (29.10.2016, 15 Uhr, Treffpunkt: Info-Pavillion/ Johannisberg), Ina Wemhöner führt Musik-Interessierte an besondere Konzertorte (30.10.2016, 11 Uhr, Treffpunkt: Rudolf-Oetker-Halle) und Christine Ruis spricht in einem literarischen Rundgang auf dem Friedhof Heepen über die Vergänglichkeit (13.11.2016, 13 Uhr, Treffpunkt: Parkplatz Friedhof Heepen, an der Vogteistrasse).

Alle Termine sind online abrufbar: www.bielefelder-kunstverein.de

 

 

Zwischen den Welten. Museen im Angesicht von Flucht und transkulturellem Dialog – Tagung, 23./24. Oktober 2016, Köln

Wer selbst gerade ein Bildungsprojekt mit/für Menschen mit Fluchterfahrung durchführt oder in Zukunft anbieten möchte – für den/die ist der Besuch dieser praxisorientierten Tagung sicher lohnenswert. Besonders die Mischung aus Impuls-Vorträgen, Projektbeispielen und dem Barcamp wird für einen kollegialen Austausch und einen Blick über den Tellerrand sehr produktiv sein. Weitere Informationen und aktuelle Beiträge werden online unter www.museum-flucht-dialog.de veröffentlicht.

“»Wie wollen wir in Zukunft zusammen leben?« Diese Frage gehört zu den drängendsten unserer Gesellschaft und beeinflusst die Museen unmittelbar. Sie stehen in der Verantwortung, auf den gesellschaftlichen Wandel – gerade auch durch die hohe Zahl der Schutzsuchenden – nicht nur zu reagieren, sondern den transkulturellen Dialog zu gestalten.

Führungen von und für geflüchtete Menschen, Sprachkurse, Ausstellungen, Kooperationen mit Migrantenorganisationen oder Begegnungsprojekte – die Museumspädagogik nutzt verschiedenste Ansätze, um die Rolle von Museen als Orte des Willkommens zu stärken. Doch sind die Ansätze wirkungsvoll und nachhaltig? Wie können Museen sich von tradierten Mustern lösen und Orte transkultureller Kommunikation werden? Was kann die Museumswelt von anderen Kultursparten lernen? Welche Stärken und Schwächen haben bisherige Methoden und Strukturen? Wie kann sich das Museum in der Einwanderungsgesellschaft neu definieren? Wie können politische und kulturelle Bildung voneinander profitieren?

Die Tagung beleuchtet diese unterschiedlichen Facetten der kulturpädagogischen Arbeit mit Geflüchteten. Impulse, Performances und Projektvorstellungen sorgen für hohen Praxisbezug. Das BarCamp bietet die Chance, die Tagung aktiv zu gestalten.”

Das Programm als PDF.

Zielgruppe
Die Veranstaltung wendet sich an Vertreter /-innen aus Museumspädagogik und Museen, an themeninteressierte Communities und an Multiplikatoren /-innen der politischen und kulturellen Bildung.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich zur Tagung bis spätestens 7. Oktober 2016 online an unter www.museum-flucht-dialog.de

Tagungsgebühr
40 € reguläre Tagungsgebühr
20 € ermäßigte Tagungsgebühr (Studierende, Volontäre etc.)

Veranstalter
Eine gemeinsame Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, des Bundesverbandes und des Landesverbandes Museumspädagogik NRW e. V. und des Museumsdienstes Köln in Kooperation mit den Neuen Deutschen Organisationen.

Bielefelder City Walks – Ein Projekt mit/für Bielefelder BürgerInen und Geflüchteten

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Mit den »Bielefelder City Walks« und mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung wird der Bielefelder Kunstverein ein neues Format und Bildungsprojekt für Bielefelder BürgerInnen und Menschen mit Fluchterfahrung etablieren. Die Idee der »Bielefelder City Walks« ist es, dass BielefelderInnen und NeubürgerInnen im Tandem oder als Einzelperson individuelle Stadtspaziergänge zu frei wählbaren kulturellen Schwerpunkten durchführen.

Dabei steht der Austausch über den gemeinsamen Lebensraum, der vertraute und fremde Blick auf die Stadt und die Entwicklung einer öffentlichen Spaziergangsführung im Vordergrund. Ein Spaziergang sollte maximal 90 Minuten dauern. Die Route und das Thema sind frei wählbar. Es profitieren beide Seiten von den »Bielefelder City Walks«: Die Geflüchteten lernen neue Orte kennen, die für sie interessant sind, die BielefelderInnen erfahren ihr Bielefeld aus einem anderen Blickpunkt.

Die Freiwilligen werden bei der Vorbereitung und Organisation von der Kunstpädagogin und Projektleiterin Cynthia Krell aus Bielefeld unterstützt. Den Auftakt bildet am 03. September 2016 der Praxis-Workshop »gehen & verstehen« und der Vortrag »Spaziergangsforschung in Praxis« von Bertram Weisshaar (Spaziergangsforscher und Künstler, Atelier Latent, Leipzig). Des Weiteren findet ein Vorbereitungstreffen am 13. September 2016 um 19 Uhr im Bielefelder Kunstverein statt. Die öffentlichen und kostenfreien Spaziergangsführungen werden voraussichtlich vom 24. September bis zum 30. Oktober 2016 angeboten und über die lokalen Medien sowie die Medien-Känale des Bielefelder Kunstvereins angekündigt.

Interessierte können sich im Kunstverein über das Projekt informieren und/oder sich bis zum 11. September 2016 für den Workshop via E-Mail an vermittlung@bielefelder-kunstverein.de anmelden.

Sie möchten alleine oder im Tandem einen Spaziergang im Rahmen der »Bielefelder City Walks« anbieten?
Bitte schicken Sie uns eine E-Mail mit ihren persönlichen Kontaktdaten an vermittlung@bielefelder-kunstverein.de. Wir werden uns dann zeitnah mit Ihnen in Verbindung setzen.

Sie haben noch Fragen?
Zur Weiterleitung und als Aushang können Sie die Projektbeschreibung und den FAQ als PDF-Dokument in deutscher Sprache herunterladen. In Kürze wird es eine englische Version geben.

 

The Art Educator’s Talk – LIVE #2

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Was verstehst Du unter Kunstvermittlung? Warum zeitgenössische Kunst und Kultur vermitteln? In welchem Verhältnis siehst Du die Praxis des Kuratierens und der Vermittlung? Wie stellst Du Dir die Zukunft der Kunstvermittlung vor? Woran arbeitest Du gerade?

Mit diesen und vielen weiteren Fragen gehen wir kurz vor dem EM-Endspiel in die zweite Diskussionsrunde! Wir sprechen dieses Mal mit Barbara Mahlknecht (Akademie der bildenden Künste Wien), Ayşe Güleç (Kulturzentrum Schlachthof, Kassel), Cynthia Krell (The Art Educator’s Talk) und Gila Kolb (The Art Educator’s Talk). Wir freuen uns auf Euer/Ihr Kommen und eine anregende Diskussion.

»The Art Educator’s Talk« möchte damit KunstvermittlerInnen erreichen, die Inspiration, Gleichgesinnte oder Austausch suchen, Studierende, die sich über den Beruf informieren wollen, KünstlerInnen und KuratorInnen, die mehr über Kunstvermittlung wissen wollen, WissenschaftlerInnen und Dich. Wir diskutieren mit KunstvermittlerInnen über ihre Praxis, Formate, Fragen, Theoriebildung und Visionen.

Wer spricht?
Barbara Mahlknecht arbeitet zu kritischer Kunstvermittlung, feministischer kuratorischer Praxis, Fragen von unsichtbarer Arbeit sowie dem Verhältnis von Archiv und dem Kuratorischen. Sie lehrt und forscht derzeit als Universitätsassistentin an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2016 kuratierte sie das Ausstellungsprojekt zum Gründungsmoment der Ausbildung von KunsterzieherInnen an der Akademie der bildenden Künste Wien im Jahr 1941, »Unheimliche Materialien. Gründungsmomente der Kunsterziehung« (gemeinsam mit Elke Krasny) und 2015 die Ausstellung zum Format des Open Call, »A Proposal to Call« für die Kunsthalle Exnergasse (gemeinsam mit Vera Lauf). Sie war für die »Manifesta 7« 2008 (Trentino/Südtirol), das Museion, Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst (Bozen) sowie für die Generali Foundation Wien im Bereich der Kunstvermittlung tätig.

Ayşe Güleç arbeitet seit 1998 im Kulturzentrum Schlachthof in Kassel. Zu den Schwerpunkten ihrer Tätigkeit zählen unter anderen Migration, Bildung und kulturelle Bildung.  Sie ist in selbstorganisierten Initiativen und Netzwerken im Kontext von Migration, Anti-Rassismus aktiv, ist Mitinitiatorin der Ini 6. April zum Gedenken an Halit in Kassel  sowie im Bundesweiten Aktionsbündnis NSU-Komplex auflösen aktiv. Im Rahmen der documenta 12 entwickelte sie zur lokalen Anbindung ab Ende 2005 bis zur Ausstellung im Jahr 2007 den documenta-12-Beirat und war in der Folge dessen Sprecherin. Für die Vorbereitungen der documenta war sie Mitglied der Maybe Education Group und bildete als Tutorin eine Gruppe von »worldly companions« für die Kunstvermittlung aus.

Gila Kolb ist Kunstpädagogin und Kunstvermittlerin, Mitbegründerin des Interview-Blogs »The Art Educator’s Talk« (2016), »agency art education« (2016), »MethodeMandy« (2012) und derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln. Zuvor: Wiss. Mitarbeiterin an der Universität Bremen (2013-2015), Stipendiatin des Promotionskollegs »Gestalten und Erkennen« (2011-2013), Vertretung der Professur »Kunst« an der PH Heidelberg (2011-2012), wiss. Mitarbeiterin an der Kunsthochschule Kassel (2007-2011). Lehraufträge an der HfG Karlsruhe, Aalto-Universität Finnland, Universität zu Köln, Universität Paderborn. Arbeitsschwerpunkte: Zeichnen können im Kunstunterricht; Strategien aktueller Kunstvermittlung. Publikationen: »What’s Next? Art Education« (2015, mit Torsten Meyer), »Shift« (2012, mit Christine Heil & Torsten Meyer).

Cynthia Krell ist freie Kunstvermittlerin, Kunstkritikerin und Lektorin. Studium der Bildenden Kunst, Kunstpädagogik und Germanistik für das Lehramt an Gymnasien an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und der TU sowie in Madrid. Seit 2016 ist Cynthia Krell zusammen mit Gila Kolb und Konstanze Schütze Mitbegründerin der »agency art education«. Gemeinsam mit Gila Kolb verantwortet sie den Interview-Blog »The Art Educatorʼs Talk« und schreibt regelmäßig über zeitgenössische Kunst (u.a. Kunstforum International, Kunstbulletin). Sie konzipierte und führte unter anderem die Kunstvermittlungsprojekte »COLLABORATION.Situation« und »Kunst to go« für Kinder und Jugendliche am Bielefelder Kunstverein durch. Zuvor arbeitete sie bei Galerie Peter Kilchmann und an der Kunst Halle Sankt Gallen. Lehraufträge an der Universität Bielefeld, Fachhochschule Bielefeld, Universität Paderborn und Hochschule der Künste Bern.

Learning Plays – Audio online

The symposium ‘Learning Plays’ took place within the context of the Impulse Theater Festival 2016. They invited self-organized educational initiatives to exchange insights into their own practice and to examine the boundaries of knowledge. Now the lectures and discussions are online.

About the concept: “For Brecht conventional theater could only present “the structure of society (represented on stage) as incapable of being influenced by society (sitting in the audience).” In his ‘Lehrstücke’ he imagined a theater, a politics, and a pedagogy in which the division between active and passive is removed. Speakers take the position of an optimistic, affirmative yes-sayer or a an argumentative, disruptive no-sayer. At the end, when the boundaries between invited speakers and the audience are broken down, everyone has to adopt their own position. Do we say yes to existing institutions and try to adapt them to our goals? Or do we say no and brave exodus?”

With Markus Bader (Urban School / raumlaborberlin), Jamil Dishman (KulTür auf!, JugendtheaterBüro Berlin), Nils Erhard (KulTür auf!, JugendtheaterBüro Berlin), Valeria Graziano (Mind Your Head), Stefano Harney (School for Study), Ahmet Öğüt (The Silent University), Alessandra Pomarico (Home Free University), Rubia Salgado (Universität der Ignorantinnen / maiz), Mårten Spångberg (PAF), Vierte Welt Kollaborationen, Dmitry Vilensky (Chto Delat)

Curated by: Nora Sternfeld & Florian Malzacher

For more information on “Learning Plays” view www.festivalimpulse.de